Im letzten Beitrag haben wir gelernt, dass Knochen aus Sklerotin, Periost und Knochenmark bestehen.
In diesem Beitrag möchten wir über Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven sprechen.
Blutgefäße: Die Arterien der Röhrenknochen umfassen die Ernährungsarterie, die Epiphysenarterie, die Metaphysenarterie und die Periostarterie. Sie lassen sich in das diaphysäre System, das epiphysär-metaphysäre System und das periost-kortikale System unterteilen. Die Ernährungsarterie ist die Hauptarterie der Röhrenknochen und weist in der Regel 1–2 Äste auf. Sie tritt durch das Ernährungsloch des Schaftes in die Knochenmarkhöhle ein und teilt sich in aufsteigende und absteigende Äste, die zu den Knochenenden ziehen. Die Äste verteilen sich in der inneren Schicht der Kompakta, im Knochenmark und in der Metaphysenarterie und können beim Erwachsenen mit der Metaphysenarterie und deren Ästen anastomosieren. Sowohl die Epiphysen- als auch die Metaphysenarterien entspringen benachbarten Arterien und dringen in der Nähe des Epiphysenknorpels in den Knochen ein.
Lymphgefäße: Im Periost gibt es reichlich Lymphgefäße, jedoch ist umstritten, ob im Knochenmark oder in der Knochenrinde Lymphgefäße vorhanden sind.
Nerven: Begleitet von den ernährenden Gefäßen treten die Nerven in den Knochen ein und verteilen sich im perivaskulären Raum der Havers-Kanäle. Die meisten viszeralen efferenten Fasern verteilen sich an der Gefäßwand; somatische afferente Fasern sind vermehrt im Periost verteilt. Das Periost reagiert empfindlicher auf Dehnungs- oder Rissreize, weshalb Knochenabszesse und Frakturen häufig starke Schmerzen verursachen.
Zusammenfassend spielen die Blutgefäße, Lymphgefäße und Nerven, die den Knochen umgeben, eine entscheidende Rolle für die ordnungsgemäße Funktion des Knochens. All dies ist äußerst komplex und zweckmäßig.
